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Die Aderhaut (Choroidea) kleidet mit ihrem komplexen Geflecht aus Blutgefäßen den Augapfel von innen aus. Sie liegt zwischen der Netzhaut und der weißen Sklera des Auges, auch Lederhaut genannt. Die Aderhaut erfüllt wichtige Aufgaben für Ihre Augengesundheit. So versorgt sie das Auge beispielsweise mit Nährstoffen und Sauerstoff und ist auch daran beteiligt, einfallendes Licht zu regulieren.

Ein Aderhautmelanom entsteht aus bestimmten pigmentierten Zellen, den uvealen Melanozyten. Die jährliche Neuerkrankungsrate liegt bei rund 7 Patienten von 1 Million Menschen, wobei die Erkrankungswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Lebensalter steigt [1].

Die Wahl der bestmöglichen Behandlungsstrategie hängt von verschiedenen Schlüsselfaktoren ab: der Größe des Melanoms und dessen genaue Lage, auch spielt für die Prognose das Patientenalter eine Rolle.

Die robotergeführte, hochpräzise Radiochirurgie bietet eine vielversprechende Erstlinientherapie für viele Betroffene. In vielen Fällen kann auch die Sehkraft erhalten werden, u. a. abhängig von der individuellen Ausgangssituation.

Unsere Passion für Präzision

Mit hochpräzisen, robotergeführten und bildgesteuerten Methoden wie dem CyberKnife- und ZAP-X-System können wir neben kleinen auch mittlere bis große Melanome, die sonst nur schwer zu behandeln sind, in einer einzigen Sitzung zerstören und das Auge erhalten – ohne operativen Eingriff [2, 3, 4].

Gemeinsam mit unseren erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten ermöglichen wir unseren Patienten damit eine effektive, sichere, komfortable bzw. unkomplizierte Therapie, mit der das Aderhautmelanom oft behandelt werden kann [2, 3].

Die Behandlungsindikation bei dieser Krebserkrankung wird in enger Abstimmung mit unseren Partnern der Augenklinik der Universität München (LMU) gestellt. Im Einzelfall wird individuell entschieden, ob eine CyberKnife- bzw. ZAP-X-Behandlung die für Sie beste und sicherste Therapieoption ist.

iconDefinition: Was ist ein Aderhautmelanom?

Das Aderhautmelanom ist ein anfangs flach wachsender Krebs, der sich zunehmend wölbt, wobei er die über ihm liegende Netzhaut abhebt. Im Zentrum der Netzhaut wiederum, die selbst aus 10 verschiedenen Schichten besteht, befindet sich die Makula – das ist die Stelle Ihres schärfsten Sehens.

Das meist einseitig auftretende Melanom der Aderhaut kann sich an unterschiedlichen Stellen ausbilden, u. a. am hinteren Augenpol, wo sich auch eine Öffnung für den Durchtritt des Sehnerven befindet.

Die Diagnose wird oft zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr gestellt [5]. Eine Therapie sollte ab dem Zeitpunkt der Diagnose so bald als möglich begonnen werden.

Häufige Symptome

Anfangs haben viele Patientinnen und Patienten meist keinerlei Beschwerden oder Schwierigkeiten beim Sehen. Erst mit zunehmender Größe des Melanoms machen sich beispielsweise eine verminderte Sehleistung oder ein Schatten im Gesichtsfeld bzw. Gesichtsfeldeinschränkungen bemerkbar. Selten ist eine Augendrucksteigerung oder ein Durchbruch des Tumors durch die Lederhaut zu beobachten.

Diagnoseverfahren

Zunächst wird das Auge mittels direkter und indirekter Ophthalmoskopie untersucht. Diese Spiegelung des Augenhintergrundes wird oft auch bei anderen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes) durchgeführt.

Zusätzlich wird eine Ultraschallsonographie gemacht, um weitere Faktoren abzuklären. Dazu gehören die Tumorhöhe (Prominenz), das Binnenecho (Reflektivität) – das sind im Ultraschall zurückgeworfene Schwingungen, die Rückschlüsse hinsichtlich des Krebsgewebes erlauben –, das Vorhandensein von Gefäßen (Vaskularisierungszeichen) sowie eine mögliche Netzhautablösung. Mit einer speziellen Angiographie des Augenhintergrundes lassen sich auch tumoreigene Gefäße gut darstellen.

Bei der Diagnosestellung haben nur 1% der Patienten Metastasen. Diese finden sich häufig in der Leber.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Für Patienten mit einem Aderhautmelanom gibt es unterschiedliche Therapien, so z. B. die Strahlentherapie, eine Operation oder die robotergeführte, radiochirurgische Behandlung mit dem CyberKnife oder der ZAP-X-Therapie. Es werden auch andere strahlentherapeutische Verfahren zur Behandlung eingesetzt. Dazu zählen die Brachytherapie mit dem Aufbringen radioaktiver Strahlenträger (Ruthenium 106 Plaques) auf die Lederhaut des Auges, eine herkömmliche Strahlentherapie, die Protonentherapie und die ältere Gamma Knife-Methode.

Eine früher weit verbreitete Vorgehensweise war die chirurgische Entfernung des Auges (Enukleation) bei insbesondere großen Ausgangsbefunden mit dem Ziel, eine Metastasierung der Krebserkrankung zu verhindern. Große Studien konnten jedoch keinen Zusammenhang zwischen bestimmten Behandlungsmethoden des Primärtumors und dem späteren Auftreten von Metastasen nachweisen.

Robotergeführte CyberKnife- & ZAP-X Therapie: Hochpräzise für mehr Sicherheit

Die CyberKnife-Therapie und ZAP-X-Therapie zählen zu den modernen Technologien, die ein Aderhautmelanom ambulant behandeln können, und die daher besonders komfortabel für Sie als Patientin oder Patient sind. Gegenüber anderen Verfahren können wir ohne Fixierung arbeiten. Das heißt: Ihr Auge wird lediglich mittels einer Retrobulbär-Anästhesie ruhiggestellt. Diese wird über eine kleine Injektion am Unterlid verabreicht.

Bei der einmaligen robotergeführten CyberKnife- oder ZAP-X-Therapie werden beschleunigte Photonen mit hoher Applikationsgenauigkeit von unter 1 mm auf den Tumor geschossen, dessen Erbgut (DNA) wiederum durch diese Energie geschädigt wird. Ein Verfahren, das nicht mit einer herkömmlichen Bestrahlung zu verwechseln ist. Die radiochirurgische Behandlung des Aderhautmelanoms ist hochpräzise und schmerzfrei.

Da unsere Therapie mit dem CyberKnife bzw. ZAP-X ambulant erfolgt, ist auch ein Krankenhausaufenthalt nicht erforderlich. Die eigentliche Therapiesitzung dauert durchschnittlich nur etwa 30 Minuten. Für Sie als Patient heißt das, Sie können Ihren gewohnten Tagesablauf beibehalten. Im Anschluss an die Behandlung kann in den meisten Fällen gewohnten Aktivitäten wieder nachgegangen werden.

Aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass eine CyberKnife-Therapie gegenüber einer Operation (mit Entfernung des Auges) hinsichtlich der körperlichen und emotionalen Lebensqualität überlegen ist [5]. Regelmäßige augenärztliche und bildgebende Nachsorgeuntersuchungen im Abstand von zunächst etwa 3 Monaten sind wichtig, um den Erfolg der Therapie sicherzustellen.

Robotergeführte CyberKnife-Technologie zur Behandlung des Aderhautmelanoms

Dieses Video zeigt eine Aderhautmelanom-Behandlung in Kooperation mit der Universitätsaugenklinik München (LMU). Bisher wurden im ERCM schon über 1.000 Patientinnen und Patienten mit dieser Methode behandelt.

Behandlungsanfragen

Komplexer gewordene Therapiemöglichkeiten bedeuten auch, dass Ihre persönliche Entscheidung für eine Therapie immer auch mit Blick auf Ihre persönliche Lebenssituation erfolgen sollte. Wir begleiten Sie auf diesem Weg und beraten Sie umfassend hinsichtlich eines für Sie individuell bestmöglichen Behandlungskonzepts. Sprechen Sie uns direkt an oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Sie erreichen uns telefonisch während unserer Öffnungszeiten oder auch über unsere Social Media Kanäle.

Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.

Häufige Fragen

Aderhautmelanome sind bösartige Krebserkrankungen. Ihr Schweregrad hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors. Kleinere Aderhautmelanome werden oft als weniger gefährlich eingestuft, während größere oder aggressivere Krankheitsformen ein höheres Risiko für Komplikationen und Ausbreitung haben können. Früherkennung und eine rechtzeitige angemessene Behandlung zusammen mit spezialisierten Augenärztinnen und Augenärzten sind entscheidend für die Prognose.

Die Notwendigkeit einer sofortigen Behandlung hängt von der individuellen Situation ab. Sehr kleinere und langsam wachsende Melanome, die noch nicht sicher als Melanom klassifizierbar sind, können unter regelmäßiger Überwachung bleiben, während größere oder schneller wachsende Aderhautmelanome eine sofortige Behandlung erfordern.

Die Behandlung dieser Krebserkrankung mit dem CyberKnife oder ZAP-X wird in den meisten Fällen sehr gut vertragen. Dennoch können, wie bei allen Therapien, einige Risiken und Nebenwirkungen auftreten, darunter Sehstörungen oder Reizungen des umgebenden Gewebes. In sehr seltenen Fällen kann es zu Schwellungen oder Entzündungen kommen. Dies ist allerdings meist vorübergehend. Die genauen Risiken hängen von der Größe und Lage des Melanoms sowie von der individuellen Reaktion auf die Behandlung ab.

Ja, ein Aderhautmelanom kann auch nach einer erfolgreichen Behandlung erneut auftreten, obwohl dies selten geschieht. Eine zweite radiochirurgische Behandlung ist prinzipiell möglich, muss aber immer individuell abgestimmt werden.

[1] Schuler-Thurner, B. Bartz-Schmidt, K. U., Bornfeld, N., Cursiefen, C., Fuisting, B. et al., Immuntherapie beim Aderhautmelanom: Vakzination gegen Krebs. Der Ophtalmologe 2015;112:1017-1021.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00347-015-0162-z

[2] Lindner-Eibl, K., Fürweger, C., Nentwich, M., Foerster, P., Wowra, B. et al., Robotic radiosurgery for the treatment of medium and large uveal melanoma. Melanoma Res. 2016;26(1):51-57.
https://journals.lww.com/melanomaresearch/abstract/2016/02000/robotic_radiosurgery_for_the_treatment_of_medium.8.aspx

[3] Liegl, R., Schmelter, V., Fuerweger, C., Ehret, F., Priglinger, S. et al., Robotic Cyberknife radiosurgery for the treatment of choroidal and ciliary body melanoma. Am J Ophthalmol. 2023;250:177-185.
https://www.ajo.com/article/S0002-9394(22)00519-0/abstract

[4] Muacevic, A., Nentwich, M., Wowra, B., Staerk, S., Kampik, A., Schaller, U., Development of a streamlined, non-invasive robotic radiosurgery method for treatment of uveal melanoma. Technol Cancer Res Treat. 2008;7(5):369-374.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/153303460800700503

[5] Klingenstein, A., Fürweger, C., Mühlhofer, A. K., Leicht, S. F., Schaller, U. C. et al., Quality of life in the follow-up of uveal melanoma patients after enucleation in comparison to CyberKnife treatment. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2016;254(5):1005-1012.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00417-015-3216-7

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