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Pro Jahr erkranken etwa 9 von 100.000 Menschen neu an einem Meningeom (Inzidenz). Die Inzidenz nimmt mit dem Alter zu [1]. Wie bei allen anderen Erkrankungen, sollten Sie als Patientin und Patient umfassend über das Krankheitsbild aufgeklärt und über die für Sie individuell bestmöglichen Behandlungsoptionen gut informiert sein.

Zum Standard der Therapie von Meningeomen gehört beispielsweise die interdisziplinäre Abstimmung eines Teams verschiedener Spezialistinnen und Spezialisten, darunter: Experten der Neurochirurgie, Radiochirurgie und Strahlentherapie. So kann in einigen Fällen ein kombiniertes Vorgehen verschiedener therapeutischer Ansätze sehr sinnvoll sein.

Unsere Passion für Präzision

Hier im ERCM haben wir bereits über 2.000 Patientinnen und Patienten mit zerebralen (das Gehirn betreffenden) und spinalen (den Wirbelsäulenkanal bzw. das Rückenmark betreffenden) Meningeomen behandelt und verfügen über eine umfassende radiochirurgische Erfahrung mit dieser gutartigen Tumorerkrankung.

Wichtig für Sie: Es entstehen bei einer robotergeführten, radiochirurgischen Behandlung mit der CyberKnife-Therapie oder ZAP-X-Therapie keine Komplikationen durch eine Fixierung oder offene Operation. Das bedeutet, Sie können nach der Therapie in der Regel Ihren Tagesablauf beibehalten und den gewohnten Aktivitäten in den meisten Fällen im Anschluss an Ihre Behandlung nachgehen.

iconDefinition: Was ist ein Meningeom?

Meningeome gehen von den Hirnhäuten (Spinngewebshaut, Arachnoidea) aus [1]. Diese überziehen das Gehirn unterhalb der harten Hirnhaut. In ca. 85% der Fälle sind Meningeome gutartig und wachsen langsam. Teilweise können sie verkalken. Oft beobachtet man eine begleitende Verbreiterung des darüberliegenden Knochens.

Die Tumoren können eine knotige und raumfordernde oder flächige Wachstumsform zeigen. Nur 8 bis 10% sind atypisch (WHO Grad 2 mit einem erhöhten Wachstumspotenzial) und 2 bis 5% anaplastisch (WHO Grad 3, aggressives Wachstum).

27% aller Meningeome weisen genetische Veränderungen auf (Monosomie 22). Gerade bei Betroffenen in jüngerem Alter muss daher immer auch an eine erblich bedingte Ursache gedacht werden [2]. Ein gehäuftes Auftreten zeigt sich beispielsweise bei einer Typ-2-Neurofibromatose, kurz NF2 – eine genetische Erkrankung, die auch für ein beidseitiges Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom) ursächlich sein kann.

Ein weiterer Risikofaktor ist eine vorausgegangene herkömmliche Strahlentherapie. In der Schwangerschaft kann es ebenfalls zum beschleunigten Wachstum eines Meningeoms kommen.

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WHO-Klassifikation von Meningeomen

Meningeome werden gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in 3 Aggressivitätsgrade eingeteilt:

WHO Grad 1

Das Meningeom Grad 1 ist das mit Abstand häufigste. Bei ca. 85% aller Meningeome handelt es sich um einen Grad 1 Tumor, der gutartig ist, langsam wächst und sehr gut zu behandeln ist.

WHO Grad 2

Diese Tumoren zeichnen sich durch ein erhöhtes Wachstumspotenzial aus. Sie machen etwa 8 bis 10% aller Meningeome aus und haben selbst nach kompletter operativer Entfernung eine hohe Rezidivrate. Deshalb sind regelmäßige Nachkontrollen nach der Therapie unabdingbar.

WHO Grad 3

Anaplastische Meningeome vom Grad 3 sind bösartige Tumoren der Hirnhäute mit hochaggressivem Wachstum. Sie sind äußerst selten und machen ca. 2 bis 5% aller Meningeome aus. [Box-ENDE]

Wo sitzen Meningeome eigentlich genau?

Meningeome können überall dort wachsen, wo Zellen der Arachnoidea, das ist die mittlere der insgesamt 3 Hirnhautschichten, vorhanden sind. Diese arachnoidalen Zellen finden sich etwa zwischen Hirn und Schädelknochen oder entlang des Rückenmarkkanals.

Die meisten Meningeome (60 bis 70%) sind an der Hirnsichel (die trennende Hirnhaut zwischen beiden Hirnhälften), der äußeren Hirnoberfläche (Konvexität) und am Keilbeinflügel lokalisiert. Das Keilbein ist ein in der Mitte Ihrer Schädelbasis liegender Knochen.

Im Wirbelsäulenkanal finden sich Meningeome übrigens generell eher selten.

Häufige Symptome

Durch ihr langsames Wachstum und die Anpassungsfähigkeit des Gehirns können Meningeome eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie auffällig werden. Das bedeutet auch, dass sie mitunter viele Jahre keinerlei Beschwerden machen, in dieser Zeit aber auf eine beachtliche Größe angewachsen sein können [1].

Die klinischen Symptome hängen von der Lokalisation und damit zusammenhängend von der Kompression des Hirngewebes ab. So kann die gutartige Tumorerkrankung etwa durch Hirndruckzeichen oder neurologische Defizite symptomatisch werden [1]. Beispielsweise kann ein Konvexitäts-Meningeom, das im Bereich des Bewegungszentrums für Arme und Beine im Gehirn liegen kann, eine Halbseitenlähmung auslösen.

Durch Irritationen des Gehirns können Meningeome auch die Ursache von Krampfanfällen sein. Je nach Lage und Größe des Tumors sind Gesichtsfeldeinschränkungen ebenfalls möglich.

Diagnoseverfahren

Die erste Diagnose wird mittels Computer-Tomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt. Wenn es erforderlich ist, kann eine MR-Angiographie – über die sich blutführende Gefäße exakt darstellen lassen –, eine funktionelle MRT und MR-Spektroskopie (zur Darstellung von Stoffwechselvorgängen des Tumorgewebes) oder auch Positronenemissionstomographie (PET) die individuellen Untersuchungen ergänzen.

Bei ca. 9% aller Patienten finden sich auch mehrere der gutartigen Tumoren. Die genauen Ursachen für solche multiplen Meningeome sind nicht immer bekannt, sie können in seltenen Fällen mit genetischen Faktoren in Verbindung gebracht werden, also erblich bedingt sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Nicht jedes Meningeom bedarf einer sofortigen Therapie. In manchen Fällen beschränkt man sich auf eine Verlaufsbeobachtung. In anderen Fällen kann die robotergeführte, hochpräzise Behandlung mit der CyberKnife- oder der ZAP-X-Therapie durchgeführt werden.

Ob ein Meningeom behandelt werden muss, kann vom Neurochirurgen je nach den individuellen Beschwerden und dem Ergebnis der bildgebenden Untersuchungen beurteilt werden. Bei Hirndruckzeichen wird beispielsweise die operative Behandlung dringend notwendig.

Operation

Bei einem mikrochirurgischen Eingriff wird eine möglichst komplette operative Entfernung des gutartigen Hirntumors angestrebt. Wiederholte Tumorentfernungen bei unvollständiger Resektion oder einem Nachwachsen des Tumors sind möglich. In einigen Fällen von Meningeomresten nach Operation wird zunächst ausschließlich eine computer- oder kernspintomographische Verlaufskontrolle durchgeführt, da mitunter ein tatsächlich jahrelanger Wachstumsstillstand eintreten kann.

Bei sehr gefäßreichen Tumoren ist eine präoperative Embolisation möglich – ein medizinischer Fachbegriff, der vereinfacht ausgedrückt für den Verschluss von Gefäßen steht.

Die sehr seltenen anaplastischen Meningeome (WHO Grad 3) werden mit einer zusätzlichen Strahlentherapie behandelt werden. Je nach individueller Situation werden also verschiedene Maßnahmen mit Ihnen besprochen – und bei Bedarf auch miteinander kombiniert.

Chemotherapie

Chemotherapeutische Ansätze haben bisher keinen eindeutigen Nutzen zeigen können. Behandlungen bleiben daher Einzelfällen und klinischen Studien vorbehalten.

Auch experimentelle therapeutische Ansätze mit Hormonpräparaten oder dem Medikament Hydroxyurea haben bisher keinen Eingang in die regelhafte Standardanwendung gefunden und müssen ihre zweifelsfreie Wirksamkeit noch nachweisen.

Begleitende medikamentöse Therapie

Findet sich um ein Meningeom eine Wasseransammlung im angrenzenden Hirngewebe (peritumorales Ödem), und treten hierdurch bedingt Beschwerden auf, kann mit dem Ziel der Abschwellung eine vorübergehende Therapie mit Kortison notwendig werden. Diese erfolgt meist vor und für kurze Zeit nach der eigentlichen Behandlung des Tumors.

Sind epileptische Anfälle aufgetreten, wird mit krampfanfallshemmenden Arzneimitteln behandelt. Diese medikamentöse Therapie sollte auch nach Entfernung des Meningeoms unter EEG-Kontrolle für einige Zeit fortgeführt werden. Die Abkürzung EEG steht für Elektroenzephalographie – ein Verfahren, mit dem die elektrische Aktivität der Hirnrinde gemessen werden kann.

Robotergeführte CyberKnife- & ZAP-X-Therapie: Hochpräzise für mehr Sicherheit

Die robotergeführte, hochpräzise Behandlung mit dem CyberKnife oder ZAP-X, wie wir sie hier im ERCM durchführen, kann als primäre Therapieform bei kleineren, schwer operativ zu entfernenden Tumoren (z. B. Sinus Cavernosus Meningeom) sehr gut eingesetzt werden [3]. In den meisten Fällen sprechen wir von einer einzigen Behandlungssitzung, durch die eine hohe Tumorkontrolle erreicht werden kann. Das heißt, ein erneutes Tumorwachstum wird im Idealfall verhindert.

Eine Ausnahme bilden Meningeome, die das optische System bzw. Ihre Sehfunktionen miteinschließen. Diese werden in zumeist 5 Sitzungen behandelt.

Es gibt auch Fälle, in denen eine Kombination aus klassischer Operation und der CyberKnife-Therapie erforderlich sein kann. Wenn die gutartigen Hirntumoren beispielsweise derart kritisch gelegen sind, dass eine komplette Entfernung nicht sicher ermöglicht werden kann.

CyberKnife-Technologie zur Behandlung des Meningeom

In diesem Video gibt’s Einblicke in Erfahrungen, die im ERCM behandelte Patientinnen und Patienten gemacht haben – u. a. auch hinsichtlich der Beweggründe, den persönlichen Behandlungsweg mit uns und unseren Experten gemeinsam zu gehen.

iconWie hoch ist das Risiko für ein Rezidiv?

Abhängig von der Vollständigkeit der Meningeomentfernung, hängt das Risiko für ein Rezidiv vom belassenen Tumorrest ab. So findet sich in ca. 13% der Fälle nach vollständiger Resektion, und in bis zu 85% nach unvollständiger Entfernung, ein erneutes Tumorwachstum. Bei bösartigen Erkrankungsformen (höherer WHO-Grad) oder auch multiplen Meningeomen liegt die Häufigkeit für Rezidive deutlich höher.

Unabhängig davon besteht stets die Notwendigkeit einer regelmäßigen bildgebenden Nachuntersuchung, die von Ihrem behandelnden Neurochirurgen mitbeurteilt werden muss. Erneute chirurgische Entfernungen nachwachsender Meningeome sind grundsätzlich möglich.

In Fällen ungünstiger Lokalisationen, die erneut nur eine Teilentfernung erlauben, finden wiederum Konzepte multimodaler Therapien Anwendung, die eine größtmögliche operative Entfernung und eine nachfolgende robotergeführte, radiochirurgische Behandlung kombinieren [3].

Behandlungsanfragen

Alle individuellen Therapiekonzepte werden mit den jeweiligen neurochirurgischen Spezialistinnen und Spezialisten im Vorfeld Ihrer Behandlung ausführlich diskutiert, mit Ihnen besprochen und geplant.

Für Behandlungsanfragen bitten wir Sie, das Kontaktformular zu verwenden. Sie erreichen uns außerdem telefonisch während unserer Öffnungszeiten oder auch über unsere Social Media Kanäle.

Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.

Häufige Fragen

Meningeome sind überwiegend gutartige Hirntumoren und können in der Regel sehr gut und effektiv behandelt werden. Oft werden Sie heute als Zufallsbefund bei einer MRT-Diagnostik entdeckt, z. B. bei bestehender Kopfschmerzsymptomatik. Nur in seltenen Fällen verursachen sie Ausfallserscheinungen oder Krampfanfälle, wenn sie z. B. sehr groß sind oder an einer kritischen Stelle im Gehirn liegen.

Meningeome haben eine sehr geringe Tendenz zur bösartigen Entwicklung. Nur in seltenen Ausnahmefällen kommen bösartige Meningeome vor. Die meisten wachsen langsam oder verhalten sich über lange Zeiträume stabil.

Hierbei handelt es sich um mehrere Meningeome, die gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Sie sind in der Regel, wie auch einzelne Meningeome, gutartig und können erfolgreich behandelt werden.

Meningeome treten an den Gehirn- oder Rückenmarkshäuten auf. Die spontane Möglichkeit einer Rückbildung ist äußerst selten. Da Meningeome normalerweise langsam wachsen, bleibt aber genug Zeit, um eine individuell geeignete Therapieform zu wählen.

Das hängt von der Art, Lage und Größe der Raumforderung ab. Prinzipiell kann ohne klinische Symptomatik zunächst abgewartet werden, wenn das Meningeom noch klein ist. Bei größeren Herden bzw. einem Meningeom mit klinischer Symptomatik muss zwischen Operation, konventioneller Strahlentherapie oder der radiochirurgischen Behandlung abgewogen werden. Dies sollte am besten interdisziplinär im Team mit Neurochirurgen und spezialisierten Radioonkologen erfolgen.

[1] Ruge, M., Goldbrunner, R., Grau, S., Management of benign brain tumors: meningioma and vestibular schwannoma. Best Practice Onkologie 2019;14:284-292.
https://doi.org/10.1007/s11654-019-0155-5

[2] Seliger, C., Wick, W., Neues zur Einteilung und Therapie von Meningeomen. Neurologie up2date 2020;03:343-356.
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0965-2007

[3] Ehret, F., Kufeld, M., Fürweger, C., Haidenberger, A., Fichte, S. et al., The Role of Stereotactic Radiosurgery in the Management of Foramen Magnum Meningiomas-A Multicenter Analysis and Review of the Literature. Cancers (Basel) 2022;14(2):341.
https://www.mdpi.com/2072-6694/14/2/341

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