Beidseits der Wirbelsäule liegen die paarig angelegten Nieren, denen im Vergleich zu anderen Organen oft nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei sind unsere Nieren ein Multitasking-Organ. Sie produzieren nicht nur Urin, wie oft angenommen wird. Zu ihren vielfältigen Funktionen gehört beispielsweise auch die Regulation des Säure-Basen-Haushalts und des Blutdrucks. Auch an der Produktion wichtiger Hormone und der Aktivierung von Vitamin D im Körper sind die Nieren beteiligt.
Nierenerkrankungen sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) sehr häufig [1]. Mitunter können sich diffuse Beschwerden bemerkbar machen – auch bei schweren Nierenleiden. Symptome, bei denen üblicherweise nicht sofort an die Nieren gedacht wird: z. B. Abgeschlagenheit und Müdigkeit, ungewollter Gewichtsverlust oder Fieber.
Bösartige Neubildungen der Nieren können von unterschiedlichen Geweben ausgehen. Dabei treten Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) unter allen Nierentumoren im Erwachsenenalter mit einem Anteil von etwa 95% am häufigsten auf [2, 3].
Leider liegen bei 20 bis 30% aller erstdiagnostizierten Patientinnen und Patienten bereits auch Metastasen vor. In diesen Fällen streut die Krebserkrankung in andere Organe und Gewebe des Körpers (z. B. in Lunge oder Knochen) [3, 4].
Durch medizinischen Fortschritt und die wissenschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre ist die Therapielandschaft heute deutlich komplexer geworden [3].
So stehen für die verschiedenen Situationen einer Nierenkrebserkrankung vielfältige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – für ein möglichst optimales Therapiekonzept und eine verbesserte Lebensqualität betroffener Patienten.
Die radiochirurgische Präzisionsbehandlung mit dem CyberKnife-Robotersystem kann zur Behandlung von Nierenzellkrebs, abhängig u. a. von Größe und Lage des Tumors, oft gut eingesetzt werden.
Die innovative Technologie der Radiochirurgie ist bei uns im ERCM seit vielen Jahren erprobt und stellt für Patientinnen und Patienten eine langfristig wirksame, sichere und besonders schonende Behandlung dar. [5, 6, 7]
Atembewegliche Tumoren an Organen wie den Nieren können bei der CyberKnife-Therapie ohne Fixierung oder Narkose behandelt werden [5]. Kommt das CyberKnife infrage, ist auch oft nur eine einzige Behandlungssitzung erforderlich, um den Tumor auszuschalten.
Die Behandlung erfolgt ambulant – und damit ohne stationären Aufenthalt bzw. ohne Belastungen, die durch einen operativen Eingriff entstehen [5, 6]. Dem gewohnten Tagesablauf und bisherigen Aktivitäten können Patienten in den meisten Fällen im Anschluss an die CyberKnife-Therapie nachgehen.
Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom, auch Adenokarzinom der Niere genannt) ist ein bösartiger Tumor, der meist von Zellen der Harnkanälchen (Tubuluszellen) oder den die Harnwege auskleidenden Epithelzellen ausgeht. Üblicherweise ist nur eine Niere betroffen. In sehr seltenen Fällen (knapp 1,5%) handelt es sich um beidseitige Nierenzellkarzinome, die häufig genetische Ursachen haben – also erblich bedingt sind.
Mehr als 14.000 Neuerkrankungen in Deutschland gab es im Jahr 2020, wobei Männer etwa doppelt so oft von Nierenkrebs betroffen sind als Frauen [2].
Besonders häufig wird die Erkrankung um das 70. Lebensjahr diagnostiziert. Bei Kindern, die sehr selten betroffen sind, überwiegen Nephroblastome (Wilms-Tumoren), dabei handelt es sich ebenfalls um bösartige Nierentumoren.
Je weiter ein Nierenzellkarzinom wächst, desto mehr können empfindlichen Strukturen und damit die Nierenfunktion beeinträchtigt werden.
Im frühen Stadium macht Nierenzellkrebs oft keine Beschwerden. Wächst der Tumor, können u. a. Flanken- oder Rückenschmerzen auftreten. Ein weiterer Warnhinweis kann Blut im Urin sein. Eher selten lassen sich Tumoren an der Niere direkt ertasten.
Bei Männern kann auch ein Krampfaderbruch am Hoden durch Nierenzellkrebs verursacht sein. Zudem ist es für Männer bei einer vergrößerten Prostata (Prostatahypertrophie) sinnvoll, regelmäßig die Nierenfunktion zu überprüfen. Gleiches gilt für Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck oder Gicht sowie bei weiteren bestehenden Risikofaktoren wie Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas).
Die Ursachen für die Entwicklung von Nierenzellkarzinomen sind nicht genau bekannt. Eine chronische Niereninsuffizienz – die Nierenschwäche – stellt beispielsweise eine dauerhaft schwere Schädigung der Nieren dar und begünstigt eine Tumorentwicklung des Organs.
Eine chronische Niereninsuffizienz wiederum kann z. B. durch nierenschädigende Medikamente begünstigt werden (wie bestimmte Schmerz- oder Rheumamittel oder Antibiotika), ebenso durch wiederholt auftretende Entzündungen der Harnwege.
Insgesamt gibt es also verschiedene Faktoren, die das Risiko für eine Nierenkrebserkrankung erhöhen. Dazu zählen auch Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck. Einige Nierenzellkarzinome entstehen aber auch bei komplexen, erblich bedingten Erkrankungen.
Als wichtigste Risikofaktoren in Zusammenhang mit Nierenkrebserkrankungen gelten [2, 8]:
Rauchen & Passivrauchen
Bluthochdruck
Übergewicht & Fettleibigkeit (Adipositas)
Diabetes
Bewegungsmangel
Ein weiterer Aspekt sind bestimmte Lösemittel, denen Menschen berufsbedingt ausgesetzt sind, auch wenn diese Stoffe inzwischen strengen Verwendungsvorschriften unterliegen (z. B. Trichlorethen bzw. Trichlorethylen). Solche Substanzen können Auslöser einer Nierenkrebserkrankung sein, die in diesen Fällen auch als Berufskrankheit anerkannt werden kann [2, 8].
Ererbte Nierenkrebsleiden können schon in jüngeren Lebensjahren auftreten: Die mit Abstand häufigste Form des hereditären Nierenzellkarzinoms ist das Von-Hippel-Lindau-Syndrom, hervorgerufen wird es durch eine Gen-Mutation [8]. Genträger haben bis zu einem Lebensalter von 60 Jahren ein bis 70% erhöhtes Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken [8].
Auch für Patientinnen und Patienten, die eine Niere transplantiert bekommen haben, liegt das Risiko für die Entstehung eines Nierenzellkarzinoms bis zu 6-fach höher als in der Allgemeinbevölkerung [9].
Dazu, dass sich heute bei primären Nierenkrebserkrankungen die Prognose verbessert hat, tragen auch moderne Diagnoseverfahren bei: Etwa 60% der Erkrankungen können in einem frühen Stadium mit bildgebenden Verfahren erkannt und daher frühzeitig behandelt werden [2]. Bei einem Verdacht kommt beispielsweise ein Ultraschall oder die Computertomographie (CT) zum Einsatz.
Weiterführende Untersuchungsmethoden richten sich jeweils nach Ihrer individuellen Patientengeschichte. So können eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Skelettszintigraphie (Knochenszintigraphie) notwendig sein, um die Diagnose abzusichern und auch zu bestimmen, wie stark sich die Krebserkrankung im Körper ausgebreitet hat [4].
Zu den ergänzenden Tests gehören die Bestimmung relevanter Laborparameter, darunter Urin- und Blutuntersuchungen.
Links: In diesem Fall eines 72-jährigen männlichen Patienten mit Nierenzellkarzinom rechts erfolgte im Juni 2024 die radiochirurgische Behandlung.
Rechts: 5 Monate nach der CyberKnife-Therapie in einer einmaligen Sitzung (Behandlungsdauer: 30 Minuten) zeigte sich der Tumor im MRT mit einer deutlichen Volumenreduktion von ca. 80% und ist bereits ausgeschaltet. Regelmäßige Kontrollintervalle können jetzt jährlich erfolgen.
Zur Therapie stehen bei Nierenkrebs unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Je nach individueller Situation können die Methoden im Sinne einer multimodalen Therapiestrategie kombiniert werden, um einen bestmöglichen Verlauf zu gewähren und vor allem die Lebensqualität zu verbessern [4].
Zu diesen Behandlungsalternativen gehören der operative Eingriff, systemische Therapien und andere lokale Behandlungsoptionen sowie die radiochirurgische Hochpräzisionsbehandlung.
Die Operation stellt bislang das medizinische Standardverfahren dar. Bei Tumoren, die im frühen Stadium entdeckt werden und im Durchmesser noch nicht zu groß sind, kann nierenerhaltend operiert werden. Experten sprechen dann von einer Nierenteilresektion oder der partiellen Nephrektomie – beispielsweise auch bei einer bereits stark eingeschränkten Nierenfunktion.
Häufig wird allerdings die Niere vollständig entfernt, insbesondere wenn der Tumor die gesamte Niere befallen hat (einfache Nephrektomie). Liegt ein größerer Tumor mit Krebszellen vor, die bereits in Nachbargewebe vorgedrungen sind, werden auch die Nebenniere und umgebende Lymphknoten entfernt (radikale Nephrektomie). Solche Eingriffe können sowohl offen – mit Eröffnung der Körperhöhle durch einen großen Schnitt – als auch minimal invasiv erfolgen [8]. Bei der minimal invasiven Chirurgie (MIC) werden im Unterschied zur offenen Operation Hautschnitte möglichst klein gehalten.
Kann nach dem operativen Eingriff die verbleibende Niere die Funktion der entfernten Niere nicht vollständig übernehmen, wird eine Nierenersatztherapie (Dialyse) notwendig – diese Situation ist heute in einigen Fällen durch hochmoderne Technologien wie die Radiochirurgie vermeidbar geworden.
In den letzten Jahren hat sich auch eine Vielzahl neuer Systemtherapien etabliert, die in unterschiedlichen Krankheitsstadien oft sehr effektiv und zielgerichtet eingesetzt werden können. Da es zu diesem Thema heute allerdings sehr rasch immer wieder neue Erkenntnisse gibt, ist es unbedingt erforderlich, dass Sie sich hierzu individuell bei einem Uro-Onkologen – der Spezialist im Bereich der Krebserkrankungen des Harntraktes ist – über die neuesten wissenschaftlichen und klinischen Erkenntnisse aufklären und umfassend informieren lassen.
Generell sollten individuell passende Therapiekonzepte immer gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam und den Expertinnen und Experten der Uro-Onkologie besprochen werden. Wir kooperieren hier im ERCM beispielsweise mit den Spezialisten am Klinikum Großhadern der Universität München (LMU).
Die Zellen eines Nierentumors sind in der Regel strahlenunempfindlicher als Zellen anderer Tumoren. Daher wird eine herkömmliche Bestrahlungstherapie, die häufig über Wochen in mehreren Sitzungen (fraktioniert) erfolgt, meist nicht zur Behandlung von Nierenkrebserkrankungen empfohlen.
In bestimmten Fällen können Nierenzellkarzinome alternativ mittels Radiofrequenzablation (RFA) oder Kryotherapie behandelt werden [8]. Bei diesen thermischen Methoden werden feine Sonden bildgebungsgestützt im Tumor platziert. Die Krebszellen sollen entweder durch die Anwendung von Hitze (Radiofrequenz mit über 100 °C) oder Kälte (-60°C bis -70°C) zerstört werden.
Beide Methoden haben allerdings Einschränkungen, da sie meist nur kleinere Nierentumoren behandeln können und solche außerhalb des Harnleiters und der Gefäßstrukturen [6]. Die Verfahren sind zudem invasiv und erfordern den Zugang zur Niere über entsprechende Hautschnitte. Dies kann für eine Vielzahl betroffener Patienten problematisch sein, wenn beispielsweise kontinuierlich gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden müssen [6].
Die aktive Überwachung ist eine therapeutische Strategie für Patientinnen und Patienten mit einem kleinen Nierentumor (kleiner 4 cm), die eine operative Therapie ablehnen oder für diese nicht infragekommen [8]. Auch bei älteren Patienten ist in einem frühen Krankheitsstadium alternativ die Entscheidung für Active Surveillance möglich – abhängig u. a. auch von anderen Vorerkrankungen.
Um das Risiko eines unkontrollierten Tumorwachstum zu minimieren, sind Kontrolluntersuchungen im Abstand von etwa 3 Monaten erforderlich.
Unsere Erfahrungen mit dem CyberKnife-System zeigen Erfolgsquoten von über 90% [6, 7, 10, 11, 12].
Welche Nierenzellkarzinome sollten aber nun operiert, welche radiochirurgisch behandelt werden? Diese Frage bekommen wir häufig gestellt. Relevant für eine Therapieentscheidung sind das umfassende Gespräch und die Beratung mit dem gesamten Behandlungsteam. Dazu gehören insbesondere auch unsere Kolleginnen und Kollegen der Urologie. Abhängig beispielsweise vom Lebensalter, aber auch von der Größe und Lage des Tumors, wird immer mit Ihnen gemeinsam das individuell passende Therapiekonzept entschieden.
Die Radiochirurgie stellt im Bereich der innovativen Therapieansätze eine sehr effektive Hochpräzisionsbehandlung mit Photonen einer hohen Dosis bei meist einmaliger Behandlungssitzung dar (30 Minuten) [5, 6]. Der Nierentumor kann dadurch wirksam ausgeschaltet werden. Hierbei spielen verschiedene immunologische sowie unmittelbar zellzerstörende Prozesse eine Rolle. Gesundes umliegendes Gewebe wird maximal geschont [6].
Die sorgfältige fachliche Abstimmung innerhalb des für Sie individuell zuständigen Behandlungsteams ist für einen optimalen Therapieverlauf besonders wichtig. Hier arbeiten wir eng mit unseren Partnern des Interdisziplinären Zentrums für Nierentumoren (IZN) am Klinikum der Universität München (LMU) zusammen, die auf die verschiedenen Situationen bei Nierenzellkrebserkrankungen spezialisiert sind.
Zusammenfassend stellt die Hochpräzisionsbehandlung für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine sehr gute Alternative dar – sie könnte in Zukunft auch bei Nierenbeckentumoren bei ansonsten nicht wirksam behandelbaren Patienten eine Rolle als minimal invasive Behandlungsoption spielen [11, 12, 13].
Das Besondere an der CyberKnife-Therapie ist, dass mithilfe dieser speziellen Technologie der Tumor mit einer Zielgenauigkeit von unter 1 mm getroffen und ausgeschaltet werden kann – obwohl sich die Niere durch die natürliche Atmung ständig bewegt. Atembewegungen werden also exakt ausgeglichen: Der Roboter bewegt sich dazu mit der Niere in allen Ebenen permanent mit.
Um diese Hochpräzision in der Anpassung zu erreichen, wird im Vorfeld der radiochirurgischen Behandlung ein Atemmodell angelegt: Der Roboter lernt, wie Sie atmen und sich dadurch der zu behandelnde Tumor bewegt. Während der Therapiesitzung können diese Bewegungen dann jederzeit – in Sekundenbruchteilen – durch das Robotersystem überprüft und immer wieder angepasst werden.
Antworten für Nierenkrebs-Patienten auf häufige Fragen: Wie läuft die Therapie an einer renommierten Klinik ab? Welche Möglichkeiten bietet die moderne Medizin? Wie gehen die Ärzte auf die persönliche Situation ein? Wie wird mit Kollegen der Radiochirurgie kooperiert? Kann eine Niere erhalten bleiben? Wie steht es um die Lebensqualität? Welchen Stellenwert haben neue Methoden wie die Radiochirurgie mit dem CyberKnife in der heutigen Therapie?
Der renommierte Urologe und Nierenkrebs-Spezialist Prof. Dr. med. Michael Staehler von der Urologischen Klinik und Poliklinik am Campus Großhadern des Klinikums der Universität München gibt dazu Auskunft im Interview.
Ob für Sie eine Behandlung mit der radiochirurgischen Hochpräzisionstechnik infrage kommt, überprüfen wir mit Ihnen gemeinsam. Komplexer gewordene Therapiemöglichkeiten bedeuten, dass die Entscheidung für eine bestimmte Behandlung immer auch mit Blick auf Ihre persönliche Lebenssituation erfolgen sollte.
Uns ist es wichtig, dass Sie sowie Ihre Angehörigen und Nächsten alle Aspekte rund um Ihre Erkrankung und deren Therapieoptionen gut verstehen und für sich einordnen können.
Für Behandlungsanfragen bitten wir Sie, das Kontaktformular zu verwenden. Sie erreichen uns außerdem telefonisch während unserer Öffnungszeiten oder über unsere Social Media Kanäle.
Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.
Nierenzellkarzinome können gefährlich sein, insbesondere wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Prognose hängt vom Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. In fortgeschrittenen Stadien kann Nierenzellkrebs aggressiv sein und sich auf benachbarte Organe oder weitere Körperregionen ausbreiten.
Etwa 70% der Nierenzellkarzinome sind asymptomatisch und werden zufällig im Ultraschall der Niere entdeckt. Erst in späteren Stadien treten Symptome auf. Häufig sind dabei Hämaturie (Blut im Urin), Schmerzen, tastbare Tumoren und Gewichtsverlust.
Die Wachstumsgeschwindigkeit kann von Fall zu Fall variieren. Einige Tumore wachsen langsam, während andere aggressiver sind und sich schneller ausbreiten können. Die individuelle Entwicklung hängt von der Tumorart, dem Stadium und weiteren individuellen Faktoren ab.
Bei unklarer Raumforderung sollte eine Biopsie nach den medizinischen Leitlinien erfolgen, wenn die Probeentnahme die Wahl der Behandlungsmethode beeinflussen könnte.
Die robotergeführte Präzisionsbehandlung mit dem CyberKnife kann für einige Patienten (z. B. abhängig von Größe und Lage des Tumors) in Betracht kommen, etwa bei einem erhöhten Operationsrisiko oder wenn eine Operation nicht gewünscht ist. Lässt sich eine Operation im individuellen Fall vermeiden, kann dadurch auch oft das erkrankte Organ erhalten werden.
Auch nach erfolgreicher Behandlung kann Nierenkrebs erneut auftreten. Das Risiko für ein Rezidiv hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und das Stadium des ursprünglichen Tumors, die Wirksamkeit der Behandlung und die Allgemeingesundheit. Die regelmäßige Nachsorge ist daher entscheidend, um Veränderungen in den Nieren frühzeitig zu erkennen und wiederauftretende Tumore (Rezidive) zu behandeln.
Ja, Nierenzellkarzinome haben das Potenzial, Metastasen zu bilden. Das bedeutet, dass sich Krebszellen in andere Organe oder Gewebe im Körper ausbreiten können. Die häufigsten Orte für Metastasen sind die Lunge, Leber, Knochen und Gehirn. Die Ausbreitung von Metastasen kann die Prognose verschlechtern, deswegen ist die Früherkennung von Nierenkrebs so entscheidend.
[1] Pressemeldung vom 6.10.2023, Nierenkrankheiten: Häufig, teuer und unterschätzt, Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V., Berlin 2023; verfügbar unter: https://www.dgfn.eu/pressemeldung/pm-20231006-02-nierenkrankheiten-unterschaetzt.html [letzter Zugriff 27.11.2024]
[2] Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.), Krebs in Deutschland für 2019/2020 (14. Ausgabe), Berlin 2023; ISBN 978-3-89606-323-6.
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html
[3] Foller, S., Leucht, K., Grimm, M. O., Risikostratifizierung und Therapiealgorithmus des metastasierten Nierenzellkarzinoms, Die Onkologie. 2022;28(2):167-178.
https://doi.org/10.1007/s00761-021-01062-y
[4] Grünwald, V., Eberhardt, B., Bex, A., Flörcken, A., Gauler, T., et al., An interdisciplinary consensus on the management of bone metastases from renal cell carcinoma, Nat Rev Urol. 2018;15:511-521.
https://doi.org/10.1038/s41585-018-0034-9
[5] Siva, S., Kothari, G., Muacevic, A., Louie, A. V., Slotman, B. J., et al., Radiotherapy for renal cell carcinoma: renaissance of an overlooked approach, Nat Rev Urol. 2017;14:549-563.
https://doi.org/10.1038/nrurol.2017.87
[6] Siva, S., Louie, A. V., Warner, A., Muacevic, A., Gandhidasan, S., et al. Pooled analysis of stereotactic ablative radiotherapy for primary renal cell carcinoma: A report from the International Radiosurgery Oncology Consortium for Kidney (IROCK), Cancer 2018;124:934-942.
https://doi.org/10.1002/cncr.31156
[7] Siva, S., Ali, M., Correa, R. J. M., Muacevic, A., Ponsky, L., et al., 5-year outcomes after stereotactic ablative body radiotherapy for primary renal cell carcinoma: an individual patient data meta-analysis from IROCK (the International Radiosurgery Consortium of the Kidney), The Lancet Oncology 2022;23(12):1508-1516.
https://doi.org/10.1016/S1470-2045(22)00656-8
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF), S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms 2023: Langversion 4.0, AWMF-Registernummer: 043-017OL https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/nierenzellkarzinom/ [letzter Zugriff 27.11.2024]
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/nierenzellkarzinom/
[9] Borst, A. J., Wechsler, D. S., Transplanting One Problem for Another, Pediatrics 2017;139(5):e20170542.
https://doi.org/10.1542/peds.2017-0542
[10] Siva, S., Correa, R. J. M., Ali, M., Muacevic, A., Ponsky, L., et al. Long-Term Outcomes of SABR to Primary Renal Cell Carcinoma: A Multicenter Analysis from IROCK (International Radiosurgery Oncology Consortium for Kidney), Int J of Radiation Oncology. 2022;114(3) Suppl.:77.
https://doi.org/10.1016/j.ijrobp.2022.07.476
[11] Correa, R. J. M., Louie, A. V., Zaorsky, N. G., Lehrer, E. J., Ellis, R., et al., The Emerging Role of Stereotactic Ablative Radiotherapy for Primary Renal Cell Carcinoma: A Systematic Review and Meta-Analysis. European Urology Focus. 2019;5(6):958-969.
https://doi.org/10.1016/j.euf.2019.06.002
[12] Staehler, M. D., Karl, A., Bader, M., Stief, C. G., Wowra, B., Muacevic, A., Single-fraction radiosurgery for the treatment of renal tumors in singular renal units, Journal of Clinical Oncology. 2011;29(15).
https://doi.org/10.1200/jco.2011.29.15_suppl.e15168
[13] Staehler, M., Kufeld, M., Karl, A., Roosen, A., Bader, M., Muacevic, A. Cyberknife radiosurgery of a renal pelvis tumor to avoid hemodialysis - a case report. Cureus. 2010;2(11):17.
https://www.cureus.com/articles/20-cyberknife-radiosurgery-of-a-renal-pelvis-tumor-to-avoid-renal-dialysis--a-case-report#!/