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Meningeome gehören mit einem Anteil von 20 bis 30% zu den häufigsten, meist gutartigen (benignen) Hirntumoren bei Erwachsenen. Sie entstehen aufgrund einer Entartung von Zellen der Hirnhäute (Spinngewebshaut, Arachnoidea) und können sowohl im Gehirn (zerebrale Meningeome) sowie seltener auch entlang des Wirbelsäulenkanals wachsen.

Ähnlich wie ein spinales Neurinom, kann auch das spinale Meningeom im gesamten Bereich der Wirbelsäule auftreten. Typischerweise wächst es langsam, weshalb es lange zunächst keine Beschwerden verursacht. Häufig vergehen von den ersten Symptomen bis zur Diagnose Monate, mitunter auch Jahre.

Treten Meningeome in jüngeren Jahren auf, ist auch an Risikofaktoren und Ursachen wie eine vorausgegangene Strahlentherapie sowie familiär gehäuftes Auftreten der Erkrankung zu denken [1].

Der Goldstandard in der Behandlung – damit sind in der Medizin die auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse besten Therapiemöglichkeiten gemeint – ist die Entfernung des gutartigen Tumors durch eine mikrochirurgische Resektion [1, 2]. Je nach individueller Situation kann auf diese Operation eine herkömmliche Strahlentherapie folgen bzw. notwendig werden.

Oft können ausgewählte spinale Meningeome (vor allem kleinere Tumoren) mit der hochpräzisen robotergeführten CyberKnife-Therapie gut behandelt werden. Beispielsweise, wenn bei Ihnen ein erhöhtes Operationsrisiko besteht oder eine Operation nicht gewünscht ist.

Unsere Passion für Präzision

Hier im ERCM verfügen wir mit mehr als 2.000 behandelten Patientinnen und Patienten mit zerebralen und spinalen Meningeomen über eine umfassende radiochirurgische Erfahrung mit diesen meist gutartigen Tumorerkrankungen.

Eine robotergeführte radiochirurgische Behandlung kann als Ersttherapie bei kleineren, schwer operativ zu entfernenden Meningeomen eingesetzt werden, wenn z. B. medizinische Gründe gegen eine Operation sprechen oder Sie als Patientin oder Patient keinen chirurgischen Eingriff wünschen.

Was kann durch eine CyberKnife-Therapie erreicht werden?

  • Hohe Tumorkontrolle mit gezielter Zerstörung von Tumorzellen

  • Hoher Behandlungskomfort ohne die Belastung oder Komplikationen einer Operation

  • Kurze Behandlungsdauer mit oft nur einer einzigen ambulanten Sitzung

iconDefinition: Was ist ein spinales Meningeom?

Spinale Meningeome gehen von Zellen der mittleren weichen Hirnhäute (Meningen) aus, die wiederum das Gehirn, aber auch das Rückenmark umgeben. Der in der Regel gutartige, meist ovale oder rundliche Tumor wächst innerhalb des Wirbelkanals, auch Spinalkanal oder Rückenmarkskanal genannt [3]. Dieser verläuft innerhalb der Wirbelsäule vom ersten Halswirbel durch die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule bis runter zum Kreuzbein.

Meningeome können Verkalkungen aufweisen, in seltenen Fällen auch ein zystisches Erscheinungsbild [3]. Wachsen sie an schwer zugänglichen Stellen oder beginnen, auf Gefäße und Nerven zu drücken, können sich zunehmend Symptome zeigen, allen voran Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen.

Bei Kindern und Jugendlichen kommen spinale Meningeome kaum vor.

CyberKnife-Technologie zur Behandlung spinaler Meningeome

In diesem Beitrag sprechen wir über die Möglichkeiten der CyberKnife-Therapie zur Behandlung von Wirbelsäulentumoren.

Häufige Symptome

Gutartige spinale Meningeome wachsen meist langsam, deutliche Krankheitszeichen bleiben deswegen oft lange aus. Mit der Zeit können die Tumoren aber auf das Rückenmark oder Nervenwurzeln drücken (Kompression) und wichtige Funktionen beeinträchtigen. Häufig leiden die Patientinnen und Patienten dann unter lokalen Schmerzen und verschiedenen neurologischen Symptomen.

Bei Tumoren der Halswirbelsäule können die Schmerzen beispielsweise in die Arme ausstrahlen, bei Meningeomen in der Brustwirbelsäule in den Brustkorb oder bei Tumoren in der Lendenwirbelsäule in die Beine – was viele Patienten ähnlich Ischiasbeschwerden erleben.

Je nach Lage und Größe des spinalen Meningeoms sind auch neurologische Ausfälle denkbar.

Dazu gehören beispielsweise mit Fortschreiten der Erkrankung:

  • Taubheitsgefühle

  • Reizsymptome wie Missempfindungen (z. B. ein Kribbeln)

  • Sensibilitätsstörungen

  • Muskelschwäche mit motorischen Problemen (wie Gangunsicherheit)

  • Blasenstörungen mit Inkontinenz

Weiterhin besteht das Risiko einer Myelopathie – einer Schädigung des Rückenmarks, wenn der Wirbelkanal durch das Meningeom bereits stark verengt ist [3]. Eine solche akute Kompressionsmyelopathie stellt immer einen medizinischen Notfall dar [3].

Wird rasch gehandelt, und innerhalb der ersten 24 Stunden das Rückenmark effektiv entlastet (Dekompression), kann das die Prognose auch hinsichtlich weiterer Komplikationen oder neurologischer Beeinträchtigungen deutlich verbessern.

iconWann ist schnelles Handeln erforderlich?

Besteht der Verdacht auf eine Kompression des Rückenmarks, muss rasch gehandelt und zur sicheren medizinischen Abklärung eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden.

iconUrsachen & Risikofaktoren

Wie und warum spinale Meningeome genau entstehen, ist noch nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren scheinen aber Einfluss auf das Auftreten und Wachstum dieser gutartigen Tumoren im Bereich der Wirbelsäule zu haben. Beobachtet wird der Zusammenhang mit einem frühen Trauma als Auslöser sich später im Leben entwickelnder Meningeome. Wissenschaftlich ist das jedoch nicht eindeutig belegt [2].

Anders sieht es in seltenen Fällen betroffener Kindern aus, wenn diese zuvor wegen einer Tumorerkrankung bestrahlt wurden: Hier können im weiteren Verlauf mehrere (multiple) Meningeome auftreten, die leider mitunter auch bösartig sind [2].

Insgesamt kommen spinale Meningeome deutlich mehr bei Frauen als Männern vor – mit einem schnelleren Tumorwachstum beispielsweise während einer Schwangerschaft. Aufgrund dessen wird auch ein Zusammenhang mit den weiblichen Geschlechtshormonen diskutiert.

Patientinnen, die von einem Meningeom betroffen sind, sollten in vielen Fällen auch keine Verhütungspille (hormonelle Kontrazeptiva) einnehmen bzw. stattdessen nicht hormonelle Verhütungsmethoden (z. B. Kondom) anwenden [2]. Wir empfehlen in dieser Situation die individuelle Beratung gemeinsam mit den behandelnden Gynäkologinnen und Gynäkologen.

Diagnoseverfahren

Da die meisten Meningeome lange Zeit keine Beschwerden machen, werden sie oft zufällig entdeckt. Mit der modernen Bildgebung können wir die Tumoren innerhalb des Wirbelkanals gut bestimmen, z. B. mittels einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

Für solche Untersuchungen wird der Tumor mit einem Kontrastmittel eingefärbt (Enhancement), auf diese Weise ist eine erste Einordnung auch hinsichtlich der individuell passenden Therapie möglich.

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Regelmäßige Verlaufskontrolle

Nicht jedes spinale Meningeom muss sofort behandelt werden. Die wichtigsten Aspekte dabei sind die Größe und Lage des Tumors. Kleinere Tumoren, die keine sensiblen Strukturen im Wirbelkanal eindrücken bzw. keine Beschwerden machen, können ggf. vorerst beobachtet werden.

Die Kontrolltermine finden meist im Abstand von 6 bis 12 Monaten statt, richten sich jedoch immer nach der individuellen Situation.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Das Behandlungskonzept hängt stets von vielfältigen Faktoren ab, darunter insbesondere die Größe und Lage des Tumors, aber auch Ihr Allgemeinbefinden und Ihre persönlichen Wünsche. Sobald Sie Beschwerden haben (z. B. Schmerzen) oder bei Ihnen neurologische Auffälligkeiten auftreten – wie z. B. immer wieder auftretende oder anhaltende Missempfindungen –, sollte eine individuell passende Therapiestrategie für die Behandlung des Meningeoms besprochen und eingeleitet werden.

Mikrochirurgische Resektion

Bei der mikrochirurgischen Operation wird eine möglichst komplette operative Entfernung des spinalen Meningeoms angestrebt [4]. In vielen Fälle kann der Tumor komplett entfernt werden. Dazu erholen sich etwa 80% der Patienten danach auch von zuvor aufgetretenen sensorischen Defiziten wie Missempfindungen, ebenso von Gangstörungen [5].

Verbleiben Reste des Tumors, wurde er unvollständig reseziert oder wächst nach, sind wiederholte operative Entfernungen möglich. In vielen Fällen solcher Rest-Meningeome wird jedoch zunächst eine beobachtende computer- oder magnetresonanztomographische Verlaufsuntersuchung empfohlen, da mitunter ein jahrelanger Wachstumsstillstand des Meningeoms eintreten kann.

Neu auftretende sensible Störungen bei Patientinnen und Patienten, die vor der Operation keine neurologischen Ausfälle hatten, sind nach einem mikrochirurgischen Eingriff möglich [4]. Häufig bilden sich diese Probleme innerhalb des ersten Jahres nach der Operation aber zurück.

Fraktionierte Strahlentherapie

Spinale Meningeome können auch mit einer konventionellen Strahlentherapie behandelt werden. Bei der fraktionierten Strahlentherapie wird die Behandlung in mehrere Einzelsitzungen aufgeteilt (fraktioniert), da das Rückenmark sowie die Nervenwurzeln im Strahlenfeld liegen. Schäden am gesunden Gewebe sollen dadurch minimiert werden.

Häufig werden ein mikrochirurgischer Eingriff und die Strahlentherapie kombiniert, etwa bei unvollständiger operativer Entfernung. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten können zwischen 10 bis 25 Behandlungssitzungen über 2 bis 5 Wochen notwendig sein.

Robotergeführte CyberKnife-Therapie: Hochpräzise für mehr Sicherheit

In ausgewählten Situationen kann je nach Lage und Größe sowie individueller Situation das Meningeom alternativ mit der CyberKnife-Therapie behandelt werden – diese erfolgt ambulant und ohne chirurgischen Eingriff. Grundsätzlich stellt die Radiochirurgie mit der CyberKnife-Technologie eine hochpräzise und damit verlässliche Methode zur Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren im gesamten Körper dar.

Das CyberKnife arbeitet technisch akkurat, um Tumorzellen gezielt auszuschalten. Mit submillimetergenauer Präzision und einer Zielgenauigkeit von unter 1 mm kann das robotergeführte Behandlungssystem den Tumor treffen.

Damit ermöglicht es die innovative Präzisionsmedizin, die empfindlichen Strukturen im Bereich von Wirbelkanal und Rückenmark optimal zu schonen.

Es entstehen auch keine Komplikationen durch eine Fixierung bzw. eine offene Operation. In den meisten Fällen wird mit einer einmaligen Präzisionsbehandlung eine hohe Tumorkontrolle von über 90% erreicht.

Die eigentliche Behandlungsdauer beträgt nur rund 30 Minuten.

Ein kombinierter Therapieansatz aus Operation, gefolgt von einer Behandlung mit dem CyberKnife, kann in verschiedenen Situationen erforderlich sein. Wenn etwa bei kritisch gelegenen Tumoren eine operative Komplettentfernung nicht sicher möglich ist oder das spinale Meningeom bereits eine Größe erreicht hat, die im ersten Schritt eine operative Volumenreduktion notwendig macht – um daraufhin kleinere Reste ergänzend mit der Radiochirurgie zu behandeln.

Behandlungsanfragen

Ob in Ihrem individuellen Fall ein vorhandenes Meningeom behandelt werden muss, klären wir im ERCM persönlichen mit Ihnen in einem vertrauensvollen Gespräch. Alle Therapieentscheidungen werden stets mit dem Behandlungsteam und Ihnen gemeinsam getroffen. Dabei ist es uns wichtig, dass Sie sowie Ihre Angehörigen und Menschen, die Sie unterstützen und begleiten, alle Aspekte rund um Ihre Erkrankung und deren Therapieoptionen gut verstehen und für sich einordnen können.

Zusammen mit unseren medizinischen Partnern begleiten wir Sie auf Ihrem Weg und sorgen mit unserem Team dafür, dass Sie sich von Anbeginn im ERCM gut aufgehoben fühlen.

Für Behandlungsanfragen bitten wir Sie, das Kontaktformular zu verwenden. Sie erreichen uns außerdem telefonisch während unserer Öffnungszeiten oder auch über unsere Social Media Kanäle.

Ihre Anfrage wird individuell und schnell bearbeitet.

Häufige Fragen

Im Falle eines Wachstums mit Kompression des Rückenmarks drohen neurologische Ausfälle. In diesen Fällen besteht immer therapeutischer Handlungsbedarf.

Die beste Methode zur Diagnostik ist eine Magnetresonanztomographie mit dem Einsatz von Kontrastmitteln, um krankhafte Veränderungen optimal darstellen und behandeln zu können.

Ein entscheidender Faktor ist die Lage des Tumors und die Frage einer Kompression des Rückenmarks oder der Nervenfasern.

Oft reicht für die regelmäßige Verlaufskontrolle ein jährliches Kontrollintervall aus.

Ein spinales Meningeom ist ein meist gutartiger Tumor, der die Lebenserwartung nicht beeinflusst.

Mit jeder neuen Generation von Mobiltelefonen wird immer wieder die Frage einer langfristigen bzw. intensiven Handynutzung als ein Risikofaktor für die Entwicklung von Hirntumoren diskutiert. Eine im Jahr 2024 veröffentlichte Langzeitstudie mit Daten von mehr als 250.000 Teilnehmern kam hier – entgegen Erkenntnissen aus älteren Studien – zu einem klaren Ergebnis \[6\]. Demnach ist auch eine intensive Handynutzung nicht mit dem Risiko verbunden, ein Meningeom, ein Akustikusneurinom oder Gliom (der am häufigsten vorkommende primäre Hirntumor) zu entwickeln.

Eine radiochirurgische CyberKnife-Behandlung kann immer dann durchgeführt werden, wenn keine akuten neurologischen Ausfälle aufgetreten sind und keine wesentliche Rückenmarkskompression vorliegt.

Die radiochirurgische CyberKnife-Therapie ist schmerzfrei und wird typischerweise sehr gut vertragen.

In seltenen Fällen können spinale Meningeome nach einer Operation wieder nachwachsen. In diesen Fällen stellt die hochpräzise robotergeführte CyberKnife-Therapie eine gute Behandlungsalternative gegenüber einer erneuten Operation dar.

[1] Seliger, C., Wick, W., Neues zur Einteilung und Therapie von Meningeomen, Neurologie up2date. 2020;03(4):343-356.
https://eref.thieme.de/ejournals/2511-3658_2020_04#/10.1055-a-0965-2007

[2] Tonn, J.C., Ryang, Y.M., Muacevic, A., Schul, D., Combs, S.E., Meningeome, in: Tumorzentrum München in Zusammenarbeit mit dem CCC München, Manual Hirntumoren und spinale Tumoren, Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge, W. Zuckschwerdt Verlag GmbH München. 2016;pp149-159. Book ISBN/EAN: 9783863712006.

[3] Laur, O., Nandu, H., Titelbaum, D.S., Nunez, D.B., Khurana, B., Nontraumatic spinal cord compression: MRI primer for emergency department radiologists, Neuroradiologie Scan. 2020;10:299-321.
https://doi.org/10.1148/rg.2019190024

[4] Gilard, V., Goia, A., Ferracci, F.X., Marguet, F., Magne, N., et al., Spinal meningioma and factors predictive of post-operative deterioration, J Neurooncol. 2018;140(1):49-54.
https://doi.org/10.1007/s11060-018-2929-y

[5] Hohenberger, C., Gugg, C., Schmidt, N.O., Zeman, F., Schebesch, K.M., Functional outcome after surgical treatment of spinal meningioma, J Clin Neurosci. 2020;77:62-66.
https://www.jocn-journal.com/article/S0967-5868(20)30881-X/abstract

[6] Feychting, M., Schüz, J., Toledano, M.B., Vermeulen, R., Auvinen, A., et al., Mobile phone use and brain tumor risk: COSMOS, a prospective cohort study, Environ Int. 2024;185:108552.
https://doi.org/10.1016/j.envint.2024.108552

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